Warum fällt die Synergetik Therapie nicht unter das Heilpraktiker-Gesetz?

Die Tätigkeit des Synergetik Therapeuten fällt aus folgenden Gründen nicht unter das Heilpraktiker-Gesetz, da:

Das 25. Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) § 1 (2) nicht in Kraft tritt. Der Synergetik Therapeut gibt dem Klienten lediglich eine Anleitung zur Selbstleitung. Seine Tätigkeit beinhaltet keine "Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen". Der Klient selbst mobilisiert seine Selbstheilungskräfte und wird nicht behandelt.

Nach der Feststellung des Landgerichtes Verden (25.06.1997; Az 12-Z4/97) keine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde nach §1 HP-Gesetz vorliegt, wenn die fragliche Handlung sich auf Heilmethoden beschränkt, die für die Gesundheit objektiv unschädlich sind und wenn der Patient vor Behandlung eindringlich darauf hingewiesen wurde, daß die Behandlung eine ärztliche Therapie nicht ersetzt (Vgl.: http://www.vrzverlag.com/esoterik/gericht2.htm, S. 1). Das Synergetik Therapie Institut weist in der Informationsbroschüre "Selbstheilung mit der Synergetik Therapie" eindringlich auf diesen Aspekt hin: "Wir stellen keine Diagnosen, führen keine Behandlung durch, bieten Ihnen keine psychotherapeutische, esoterische oder sonstige zielorientierte Lebensberatung an."

Die Bundesanstalt für Arbeit bezeichnet den Beruf des Synergetik Therapeuten als "Beruf ohne rechtliche Regelung" (Schreiben vom 05.02.02 an das Synergetik Therapie Institut, Ic3-6101). Diese Aussage schließt die Anwendung des HP-Gesetzes aus, da der Synergetik Therapeut kein Gesundheitsfachberuf des Gesundheitswesens ist, sondern den ganzheitlichen Therapiemethoden des Lebenbewältigungshilfegesetz entspricht.

Keine strafbare Ausübung der Heilkunde vorliegt. Der Synergetik Therapeut gibt weder ein Heilungsversprechen ab, noch können durch seine Begleitung gesundheitliche Schäden ausgehen. Es liegt ein vergleichbarer Fall der Rechtssprechung des AG Frankfurt am Main (917 A Ls 65 Js 2055.0/95 - Fall Drossinakis) vor. Hier wurde ein Heiler vom Vorwurf der strafbaren Ausübung der Heilkunde freigesprochen. Das Gericht vertrat die Auffassung, daß es durch bloßes Handauflegen mit dem Ziel die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, es zu keinen gesundheitlichen Schäden kommen könne. (Handbuch für ganzheitliche Therapie und Lebenshilfe, 1. Auflage, Geschwend 1999, S. 17) Der Synergetik Therapeut gibt jedoch nicht einmal "heilende Energie" weiter.

Nach der Rechtssprechung des BGH (NJW 1996, 3074) können in Ausnahmefällen bei unheilbaren Krankheiten auch sogenannte "Außenseitermethoden" neben schulmedizinisch anerkannten Therapien straffrei berücksichtigt werden. (Ebenda)

Die Synergetik Therapie führt keine Heilung im Sinne der Heilkunde des Gesetzes (Vgl.: § 1, (2), HP-Gesetz) durch. Im Gegensatz zum Heilpraktiker, Psychotherapeuten oder Arzt tritt nicht er in Aktion durch eine "vorgenommene Tätigkeit", sondern der Klient übt diese auf einer imaginären Ebene aus. Dieser führt alle Handlungen selbst durch.

Der Synergetik Therapeut gibt kein Heilungsversprechen ab, sondern weist den Klienten darauf hin, daß alle Folgen der Therapie vom Klienten selbst abhängen. Allerdings beinhaltet der Begriff 'Selbstheilung' auch per Definition die Zielsetzung 'Heilung'.

Die im HP-Gesetz als behandelbar dargestellte Krankheiten ("Krankheiten, Leiden oder Körperschäden" Vgl.: § 1, (2)) sind kein spezifisches Krankheitsspektrum der Synergetik Therapie. Die Aufzählung von Krankheitsbildern hat für die Synergetik Therapie keine Relevanz, da grundsätzlich alle Krankheitsstrukturen synergetisch vom Klienten aufgelöst werden können. Sie sind Bestandteil seines Innenlebens.

Eine Anleitung zur Selbstheilung ist auch keine reduzierte Behandlung, da auch keine reduzierten klassischen Behandlungstätigkeiten vorgenommen werden.

Die Synergetik Therapie fällt nicht unter das "Verbot der Anleitung zur Selbstheilung", da der Klient nicht durch ein Behandlungskonzept (z.B. Video, Audio, etc) zur Diagnose und Behandlung seiner Beschwerden angeleitet wird.

Der Wunsch des Klienten nach Symptomfreiheit oder Linderung als Motivation eine Synergetik Therapie zu absolvieren, fällt nicht unter das HP-Gesetz. Im HP-Gesetz ist weder erwähnt, daß es dem Klient untersagt ist, seine Wunschvorstellungen mitzuteilen, noch welche Wunschspezifizierungen erlaubt sind und welche nicht. Der Synergetik Therapeut ist für die Realisierung der Klientenwünsche nicht verantwortlich, denn er ist Begleiter auf dem Weg zu diesen Wunschzielen. Er kann die Realisierung nicht garantieren. Die Motivationslage des Klienten und die Mitteilung seiner Wunschvorstellungen kann nicht als Argument für die Anwendung des HP-Gesetzes gelten. Der Synergetik Therapeut ist allein für die Selbsterfahrung des Klienten zuständig, das als Sekundärprodukt die Erfüllung des Wunschzieles impliziert.

Die Synergetik Therapie ist keine - gemäß der Psychotherapeuten-Richtlinien -tiefenpsychologisch fundierte Methode. Der Synergetik Therapeut hat keine Ausbildung zum Psychotherapeuten und teilt dies dem Klienten deutlich mit. Möglicherweise verwendeten Begriffe wie 'Kathasis', 'Symbolbilder', 'Aufdeckung', 'Assoziationen', 'Unterbewußtsein' sind nicht dem Fachjargon der Tiefenpsychologie entnommen, sondern sind umgangssprachlich gemeint und entstammen der Selbsterfahrungsszene.

Der Synergetik Therapeut ist reiner Begleiter des Klienten. Er führt Selbstheilungsgespräche in Tiefenentspannung durch und trainiert Handlungskompetenz. Der Synergetik Therapeut kann eine Symptomauflösung nicht direkt herbeiführen; er kann lediglich eine Resilienzerhöhung fördern.

Ausgebildete Synergetik Therapeuten haben gemäß der Gewerbefreiheit das Recht, ein Gewerbe zu betreiben oder als Freiberufler tätig zu sein. Synergetik Therapeuten durchlaufen eine qualifizierte zweijährige Ausbildung. Ethik- und Qualitätsrichtlinien sowie eine detaillierte Prüfungsordnung sichern die Qualität der freien Praxen für Synergetik Therapie. Das Gesundheitsamt ist für Inhalt der Ausbildung und Prüfungsabnahme nicht zuständig.

Die Volksgesundheit wir nicht geschädigt, im Gegenteil gefördert. Eine ausführliche Untersuchung von Klientenaussagen (wie bei der juristischen Überprüfung der Praxis für Synergetik Therapie von Wolfgang Rother) untermauert diese Aussage. Andritzky, Leiter des Internationalen Instituts für Kulturvergleichende Therapieformen in Düsseldorf, betont in seinem Buch "Vielfalt in der Therapie", daß die "Klienten-/Patientenzufriedenheit bei den alternativen Verfahren höher ist als bei anerkannten Methoden". (Adritzky: "Vielfalt in der Therapie, Berlin 1999)

Die Synergetik Therapie führt nicht zu Heilschwindel. Eine Vielzahl von Ärzten konnten definitive Krankheitsauflösungen bestätigen. Auch die Forschungergebnisse der Brustkrebsstudie des Synergetik Therapie Instituts beweisen diese Aussage.

An den Ausbildungsseminaren zum Synergetik Therapeuten nehmen auch Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker statt. Dies zeigt, daß es sich bei der Synergetik Therapie um eine alternatives Denkmodell handelt, das in keinem anderen medizinisch-therapeutischen Bereich gelehrt wird.

Statt Behandlung bietet die Synergetik Therapie Hilfe zur Selbsthilfe. Die unterschied-lichen Begrifflichkeiten 'Patient - Schulmedizin' und 'Klient - Synergetik Therapie' symbolisieren diese Diskrepanz. Der Patient erfährt Heilung, indem seine Symptome bekämpft werden, der Klient hingegen betrachtet seine gesamte Lebenssituation und heilt sich selbst. Heilung entsteht durch die Veränderung seines Lebenssinns.

Selbst das Bundesministerium für Gesundheit ist nicht in der Lage, eine klare Stellungs-nahme zur Einordnung der Synergetik Therapie abzugeben: "Zunächst muß ich Ihnen mitteilen, daß das Bundesministerium für Gesundheit (neue) medizinische Methoden weder selbst bewertet oder bewerten läßt, noch sich für ihre Propagierung einsetzt. Ob und inwieweit ein in der Medizin eingesetztes Verfahren nützlich für die Patienten ist, befindet die medizinisch-wissenschaftliche Fachwelt, und zwar aufgrund von wissen-schaftlich nachvollziehbaren Belegen." (Schreiben vom 9. April 2001 an eine Synergetik Therapeutin). Dies offenbart die rechtliche Grauzone, indem ganzheitliche Therapieformen sich entfalten.

1995 wurde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft Limburg gegen das Synergetik Therapie Institut eingestellt, da alle Angriffspunkte zur Anwendung des HP-Gesetzes widerlegt wurden (AZ 24 Js 1746/95).

Das Gesundheitsamt Wetzlar hat seit 1993 die Methode als nicht-HP-pflichtig anerkannt.

Das Gesundheitsamt Bad Homburg sieht die Synergetik Therapie als nicht unter "eine Ausübung der Heilkunde" fallend, wenn der Klient darüber informiert wird,
"1. Daß, der Synergetik-Therapeut kein Arzt, kein Psychotherapeut und kein Heilpraktiker ist, 2. Daß er keine Diagnosen stellt. 3. Daß der Synergetik-Therapeut keine ärztliche/psychotherapeutische/heilpraktische Tätigkeit ausüben will, sondern diese als zusätzliche "Behandlungsform" betrachtet wird, 4. Daß der Patient unbedingt einen Arzt/Psychotherapeuten konsultiert, 5. Daß eine ärztliche/psychotherapeutische oder heilpraktische Behandlung nicht ohne vorherige Besprechung mit den Behandlern abzubrechen ist."
Der Klient der Synergetik Therapie wird eingehend darauf aufmerksam gemacht, daß er selbstbestimmend handelt. Im übrigen kann er die Methode in Form einer Erstsitzung als Probesitzung kennenlernen. Die Punkte 3 - 5 sind wohl etwas überspitzt formuliert. Selbstverständlich kann nicht überwacht werden, welche Handlungen der Klient außerhalb der Synergetik-Therapie-Sitzungen vornimmt. Das Synergetik Therapie Institut sieht Selbstheilungsarbeit in vielen Fällten nicht als zusätzliche, sondern als wichtigste Arbeit an. Diese Sichtweise wird jedem Klienten mit seinem Weltbild überlassen.

"Wenn also ein Synergetik Therapeut seine Tätigkeit als zusätzliche Behandlungsform zur ärztlichen Tätigkeit und nicht als Alternative hierzu sieht und den Patienten hierüber auch aufklärt, dürfte es sich hier tatsächlich nicht um Heilkundeausübung im Sinne des Heilpraktiker-Gesetzes handeln." (Dr. jur. Kiesecker, Bezirksärztekammer Südwürttemberg, 19.05.99)

Adritzky und Sauer beurteilen den Gegenwind gegenüber neuen alternativen Therapierichtungen so:


"Der kreative Mensch widerspricht bei seinem Vorstoß ins Unbekannte immer der Mehrheit. Kreativität ist oftmals gleichbedeutend mit sozialer Isolation. ... Jede neue Idee macht ihren Erfinder zur Minorität des Einzelgängers" (Sauer 1999) "Die Forderung nach "Anerkennung durch die Mehrheit" würde in der Konsequenz jede praktische Weiterentwicklung psychotherapeutischer Techniken und Settings unterbinden." (Andritzky 1999)